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Autorenverzeichnis: Renfranz, Hans Peter

Name: Renfranz, Hans Peter
Biographie: 19.6.1941 in Posen, gest. 8.3.1990 in Mainz. Fernsehredakteur und Schriftsteller (Erzählungen, Romane, Dramen). Wuchs in dem schleswig-holsteinischen Dorf Hamdorf (Kreis Rendsburg- Eckernförde) auf. Studierte Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaft in Kiel und Mainz. Nach einer Tätigkeit als Regieassistent arbeitete er zuletzt, von 1966 bis zu seinem Tod, als Redakteur beim ZDF in Mainz. Dabei war er u.a. verantwortlich für die Serien "Derrick", "Der Alte" und "Ein Fall für zwei". Renfranz starb 49jährig an den Folgen eines Schlaganfalls. Große Teile seines dramatischen Werks wurden auf der Bühne und in Rundfunk und Fernsehen realisiert. Gedruckt liegt aber vor allem sein Prosawerk vor. Im August 1987 bewirkte ein Artikel in der Wochenzeitung "Die Zeit" eine tiefgreifende Änderung im Leben von Hans-Peter Renfranz: er enthüllte das Geheimnis seines Vaters im "Dritten Reich", acht Jahre nach dessen Tod 1979. Als medizinischer Leiter einer psychiatrischen Heilanstalt im polnischen Warta war er aktiv beteiligt gewesen an der Selektion zur Euthanasie von 499 Kranken. Bis zu seinem Tod war der Sohn fortan dem Entsetzlichen auf der Spur, gab sich immer neuen Nachforschungen hin und literarischen Verarbeitungsversuchen.
Gruppen und Preise: P.E.N., Kogge. Preis im Prosawettbewerb der Stadt St. Pölten (Österreich) und der Literaturzeitschrift "das pult" 1973, Nürnberger Stückewettbewerb 1974, Auslandsreisestipendium des VS und des Auswärtigen Amtes 1975, Förderpreis für Literatur des Landes Rheinland-Pfalz 1978, Mainzer Theaterpreis 1981, Fachinger Kulturpreis (Brief an Goethe) 1987.
Bibliographie: Machtwechsel. Erzählungen. Pfullingen 1976 (2. Auflage München 1979 unter dem Titel "Einladung an einen Helden"). - Das Dorf. Roman. München 1978 (Taschenbuchausgabe Reinbek b. Hamburg 1980; Neuauflage Gütersloh 1981; verfilmt vom ZDF 1981). - Das Haus meines Vaters. Roman. München 1980 (auch Bergisch- Gladbach 1982). - Die Stadt. Roman. München 1981 (auch Bergisch-Gladbach 1983). - Eckermann feiert Goethes 100. Geburtstag. Erzählung. Frankfurt am Main 1990. - Die ersten dreißig Jahre im Leben des Vaters aus der Sicht des Sohnes. Eine Skizze. In: Als der Vater des Sagen hatte als Herr über Leben und Tod, hrsg. von der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz 1996, S.11-47. Theaterstücke: Warum ist Blixer so böse? Uraufführung Theater für Kinder, Hamburg 1974 (gedruckt Hamburg 1974). - Macht. Szenen über die Abhängigkeit. Einakter. SWF, Uraufführung Stadttheater Mainz 1974. - Väter. Einakter. Uraufführung Gutenberg-Museum Mainz 1977. - Das Miraculum. Uraufführung Mainz 1981. - Sonniges Alter, Ahn & Simrock. München 1981. - Die Branche oder Tromsö eins-das erste Mal. München 1982. - Dat Wunnerwaak. Uraufführung Ohnesorgtheater 1982. - Der Killer von Dudenbüttel. Kriminalkomödie. Uraufführung Hamburg 1989. - Dat Hochtiedskleed. Uraufführung Niederdeutsche Bühne Flensburg 1989. - Der Saurier. Uraufführung Staatstheater Essen 1989 (gedruckt Mainz 1991). - Der schwarze See. Mainz 1991. - Flohwalzer oder der Nachlaß meiner Mama. Mainz 1994. Fernsehspiele: u.a. Trotzdem. 1987. Literatur: Allgemein: Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Weil der Vater das Sagen hatte als Herr über Leben und Tod. Mainz 1996. Zu "Machtwechsel"/"Einladung an einen Helden": Karl Krolow: Sympathische Schreibversuche. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.5.1976. - Klara Obermüller: Verläßliche Erzählungen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.6.1979. - Rainer Petto: Von abgründigen Prokuristen und radikalen Buchhaltern. In: Saarbrücker Zeitung, 29.5.1980. Zu "Das Dorf": Walter Hinck: Neue Idylle vom fröhlichen Dorf. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.8.1978. - Ein Dorf dreht durch. In: Stern, 9.11.1978. - K.H. Kramberg: Mit den Augen des Briefträgers. In: Süddeutsche Zeitung, 8.11.1978. - Hans Kircheldorff: Vom Postboten Podizat. In: Die Welt, 20.1.1979. - Armin Ayren: Das alte Dorf und die neue Zeit. In: Stuttgarter Zeitung, 10.2.1979. Zu "Das Haus meines Vaters": E.H.: Kindheit in Norddeutschland. In: Neue Zürcher Zeitung, 25.6.1980. Zu "Die Stadt": Hans Christian Kosler: Milde und schmunzelnd. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.9.1981. - E.H.: "Die Stadt". In: Neue Zürcher Zeitung, 20./21.9.1981. - Heinz Welz: Rebellion für ein altes Haus. In: Kölner Stadt-Anzeiger, 29.1.1982. Zu "Die ersten dreißig Jahre im Leben des Vaters": Klaus Wiegerling: Der Sohn und der Vater. In: Weil der Vater das Sagen hatte, 1996, S. 129-165.


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